Station 1

Elmauer Bach und Felswände

Elmauer Bach © B. Schwarz

Der Elmauer Bach fließt aufgrund des Gefälles in einem überwiegend schmalen Flussbett von bis zu fünf Metern Breite, welches geprägt ist von groben Kiesen und Schottern sowie einigen Felsen. Die Ufervegetation besteht aus feuchteliebenden Arten wie etwa der Simsenlilie (Tofieldia calyculata) oder dem Fuchs-Greiskraut (Senecio fuchsii) und teilweise auch aus Schuttbesiedlern wie der Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus), welche die Umlagerungsflächen des Baches immer wieder neu besiedeln. Auch die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites paradoxus) wächst am Ufer. Sie bildet nach der Blüte sehr große Blätter aus, welche in der heimischen Flora die größten sind. An Bäumen wachsen am Bach v.a. Grauerlen (Alnus incana) und verschiedene Weidenarten (Salix sp.).

Die oft unmittelbar an den Bach angrenzenden Felswände beherbergen ihrerseits eine große Zahl an Arten. In Felsspalten wachsen die Alpen-Aurikel (Primula auricula) und der Blaugrüne Steinbrech (Saxifraga caesia). Letzterer gehört auch zu den ersten Besiedlern von offenem Schutt, den er festigt und zudem staut er das Wasser etwas, sodass sich weitere Pflanzen ansiedeln können. Die Polster-Wuchsform und die blaugrüne Färbung der Blätter sind Anpassungen an Gebirgsstandorte. Die dunklere Blattfärbung schützt vor schädlichem UV-Licht, die Polster-Wuchsform schützt vor Kälte; sie speichert in kleinen Zwischenräumen Wärme, sodass ein Mikroklima entsteht, das um einige Grad wärmer sein kann als die Umgebungstemperatur.

Spiritueller Proviant

„Daher lobe alles, was Odem hat und guten Willens ist, den Herrn. Denn es ist recht, dass der, welcher das Leben ersehnt, den verherrlicht, der das Leben ist.“ (Hildegard v. Bingen, Wisse die Wege)

Das Loben – ein zentrales Element christlicher Schöpfungsspiritualität – richtet den Blick weg von sich selbst, macht offen für die Mitwelt und für Gott. Dankbarkeit und Freude sind eine Frucht des Lobens. Im Loben wird deutlich, dass sich die Welt einem anderen verdankt und nicht aus sich selbst heraus besteht. Durch eine Haltung des Lobens und der Dankbarkeit wird die Welt im theologischen Sinne zur Schöpfung, weist über sich hinaus auf den, der sie trägt und hält.

Was veranlasst mich zum Loben? Wofür bin ich dankbar?


Eine Besonderheit auf den feuchten Felsen in Bachnähe ist der stark gefährdete Kies-Steinbrech (Saxifraga mutata). Die Vorkommen dieser Art an Alpenflüssen wie Lech und Isar haben in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen, sodass die verbliebenen Wuchsorte von großer Bedeutung für den Erhalt dieser Art sind.


Auf überrieselten, d.h. permanent feuchten Felsen, die bereits eine dünne Humusauflage aufweisen, wachsen auch die Wohlriechende Händelwurz (Gymnadenia odoratissima) und das Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina). Letzteres hat sich an nährstoffarme Standorte dadurch angepasst, dass es mit seinen klebrigen Grundblättern auch kleine Insekten fängt und diese verdaut. Feuchte, nährstoffreichere Standorte zeigt der Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum) an; zu ihm gesellt sich als typische Hochstaudenart auch die prächtig blühende Türkenbund-Lilie (Lilium martagon). An einigen Stellen stocken auch einzelne Latschen (Pinus mugo), begleitet von der Bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und der Schneeheide (Erica carnea).

Spiritueller Proviant

„Daher lobe alles, was Odem hat und guten Willens ist, den Herrn. Denn es ist recht, dass der, welcher das Leben ersehnt, den verherrlicht, der das Leben ist.“ (Hildegard v. Bingen, Wisse die Wege)

Das Loben – ein zentrales Element christlicher Schöpfungsspiritualität – richtet den Blick weg von sich selbst, macht offen für die Mitwelt und für Gott. Dankbarkeit und Freude sind eine Frucht des Lobens. Im Loben wird deutlich, dass sich die Welt einem anderen verdankt und nicht aus sich selbst heraus besteht. Durch eine Haltung des Lobens und der Dankbarkeit wird die Welt im theologischen Sinne zur Schöpfung, weist über sich hinaus auf den, der sie trägt und hält.

Was veranlasst mich zum Loben? Wofür bin ich dankbar?

Quellen: Alpenbiotopkartierung; Bayer. Landesamt für Umwelt; Fischer, Manfred A.; Oswald, Karl & Adler, Wolfgang, Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein, Südtirol, 2008; Hildegard v. Bingen, Scivias, Wisse die Wege, 1991.

Vom Wanderparkplatz in Elmau wandert man sogleich entlang des Elmauer Baches und an Felswänden. (500 m)